Archive for Oktober, 2008

Neulich ganz unten

Samstag, Oktober 11th, 2008

im Schlagloch wurde es mir so zu sagen schlagartig bewusst, weshalb der Zustand unserer einst perfekten Strassen immer löchriger wird.
Das Zauberwort heisst SUV. Nochmal um es seicht auf der Zunge zergehen zu lassen Sport Utility Vehicle. Jene Monster Boliden ala Cayenne, Q7, X6, etc.., ungelenk manöviert von Lieschen von Müller-Wipperfürth auf dem Weg vom Bäcker zum Kindergarten, die brauchen diese guten alten Schlaglöcher.

Du fragst doch jetzt nicht im Ernst warum?

Ok, ok hier der Wirtschaftskreislauf nur für Dich.
Die Bürger moppern über zu hohe Preise bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Daraufhin beschliessen die klugen Köpfe der Stadt, wir müssen die öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver machen. Also kaufen Sie neue Schienen für die Strassenbahnen und reißen in der ganzen Stadt gleichzeitig alle alten Schienen raus. So fahren die Bürger täglich mit Bus & Bahn durch täglich neue aufregende Abenteuerspielplätze. Das senkt zwar nicht die Fahrpreise, sorgt aber für Abwechselung und neuen Gesprächsstoff. Der private und gewerbliche Blechlawinenkollaps quält sich dafür narkotisiert durch den Baustellendschungel.
Wenn jetzt der letzt Mega, Giga billige Telefonanbieter die letzte Hightec-Legende vom letzten Jahrzehnt beerdigt hat und wirklich alle Baustellen – natürlich erst nach den Ferien – fertig sind, kommen die SUV wieder ins Spiel.
Der Gesamtverkehr ist wieder flüssig, weil der Stadtpistenzustand nämlich jetzt das Niveau einer Offroad-Teststrecke längst überschritten hat und ohne SUV geht hier wirklich nix mehr.
Also muss auch Vatter Schmitz ran und sich einen klapprigen kleinen 4×4, 4WD, XYZ- zulegen. Dies treibt aber nicht nur den Benzinverbrauch in die Höhe, nein – auch die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt steigen. Dafür könnte man jetzt eigentlich wieder ein paar Schienen kaufen aber so einfach funzt das jetzt auch wieder nicht, schliesslich gibt es noch mehr schlaue Köpfe im Rat, mit eigenen Abenteuerspielplätzen.

Prinzip Gaststätte – ähh Wirtschaft verstanden? – gut

also bis neulich
zico

Neulich in einer dunkeln Gasse

Sonntag, Oktober 5th, 2008

Neulich in einer dunkeln Gasse

Der Schuss hallte durch die Nacht, danach war es still. Nur der Regen trommelte unaufhörlich auf ein Blechdach. Milo krümmt sich vor Schmerz, der ihm langsam die Sinne raubte. Er hatte den Angreifer weder gehört noch kommen sehen. Auch jetzt wo er so da lag im Rinnsaal seiner Vergangenheit, konnte er nur die Schritte hören die sich auf ihn zubewegten. Milo umklammerte mit einer Hand seinen Bauch aus dem unaufhörlich warmes Blut strömte und sich mit dem Regenwasser vereinte, mit der anderen Hand umklammerte er seine 38er. „Milo ganz unten“ vernahm er die zarte Stimme einer Frau. Milo blickte so weit er konnte zu ihr auf aber alles was er sehen konnte waren ihre endlos langen Stiefel. „Mona, du kleines Miststück – schön dich zu sehen“ ächzte Milo hervor. Nach Mona’s hartem Tritt ins Gesicht spukte Milo Blut. „Du willst also noch etwas spielen, mein Schatz – also, wohin willst du den nächsten Tritt?“. Milo’s Arm schnellte zwischen Mona’s lange Stiefel und riss sie zu Boden. Mona stürzte hart neben Milo. Milo schob ihr die 38er vor die Nase „brauchst du noch mehr“ fauchte er sie an. Mona rieb sich den Kopf und schwieg. Milo sammelte noch mal seine Kräfte und richtet sich auf. Leise fast flüsternd fragt er Mona „Wer schickt dich, Corta?“. „Leck mich, Milo“ zischte Mona. „Ein anderes mal Baby, versprochen“ konterte Milo. Ein krachender Blitz schiesst in das Blechdach und erhellt für einen Moment die Gasse. Mona zuckt zusammen, Milo stezt sich auf und fingert durchnässte Zigaretten aus seiner Tasche. Mona sieht ihm zu und kramt eine Packung aus ihrer Tasche und hält sie Milo hin. „Danke, nicht meine Marke“. „Ich weiss, dann reiss doch den Filter ab, wie früher“ grinzt Mona ihn an. Milo nimmt 2 Zigaretten und zündet sie an,  eine hält er Mona hin „Geht schon, Baby – geht schon“    

Fortsetzung folgt

also bis neulich
zico