Archive for September, 2008

Neulich die Urlaubslektüre

Sonntag, September 21st, 2008

Im Urlaub lese ich ich wirklich sehr gern, zu Hause finde ich dafür nur selten die Muße – da sind es dann meist Zeitschriften oder Fachbücher mit Inhalten, die jedem guten Martini gerecht werden.
Urlaub fängt ja häufig bereits zu Hause mit einem Reiseführer an – so richtig mag ich diese Dinger nie – ich glaube, dass Sehenswürdigkeiten sowieso nur dazu da sind um Reiseführer zu füllen. Mein Paradebeispiel hierzu ist Ayers Rock in Australien – glaubt mir den Umweg zum Ayers Rock von schlappen 6.000km braucht kein Mensch. Nicht, dass ich den Weg dorthin je bereut hätte, das war alles wunderbar – hier muss ich mal ein bisschen ausholen.

Der Flug von Sidney nach Alice Springs über eine beeindruckende Landschaft war schön, ausserdem gab es im Flieger immer den besten Kaffee – endlich mal wieder. In Alice Springs eine Woche vor Weihnachten herrschten 45°C im Schatten. Also suchten wir uns ein Motel mit Pool, dieser war etwa 4x so gross wie eine Badewanne, egal er war nass war einer der wenigen Schattenplätze. Die Hauptstraße wurde mit Klassikern wie Jingelbells etc.. beschallt, im riesigen Einkaufszenter zogen 4 weisse Pappmasche Kängurus einen riesigen Schlitten mit Weihnachtsmann. X-Mas in DownUnder – unvergesslich. 

Die Fahrt per Mietkombie von Alice Springs zum Ayers Rock ist auf der Karte nur einen Fliegenschiss entfernt, tatsächlich sind es schlappe 450km oder waren es Milen? ohne Kurven immer gerade aus – ok, ok auf halber Strecke 1x rechts ab. Tja, da war er nun der Ayers Rock und tatsächlich sieht er so aus als gehöre er dort nicht hin. Für seine Besteigung war es viel zu heiss – also verlegten wir uns auf eine Fotosession zum Sonnenuntergang – leider leuchtet er zu dieser Jahreszeit nicht ganz so wie es die Postkarten versprechen.
Dafür hatten wir dann den Mörder Sternenhimmel – diesen genossen wir mit einer Flasche Wein auf der Haube unseres Mietwagenschlafplatzes – dies entschuldigte für alle Strapazen bis hierher – für mich immernoch der geilste Sternenhimmel ever.
Zurück in Alice Springs klapperten wir noch einige Reiseführer-Sehenswürdigkeiten ab, wie den Hügel mit Bergwallbys – schade es war morgens gegen 11:00 Uhr  – Wallebys schlafen bis zur Dämmerung, davon wusste der Reiseführer natürlich nichts.

So oder so ähnlich verliefen unsere weiteren Stops gem. Reiseführer, sehenswert waren dagegen unsere zufälligen Begegnungen z.B. mit einem Schwarm Wellensittiche, riesigen Echsen und der Gleichen.
Als Abschluss unserer geplanten Reiseführersehenswürdigkeit Ayers Rock folgte dann noch eine 36 stündige Busfahrt nach Cairns.

Das zum Thema Reiseführer und Sehenswürdigkeiten und zurück zu meiner Reiselektüre.

Als erstes Reisebuch gab es diesmal Woody Allen’s „Central Park West„, drei Bühnen Einakter ( Riverside Dirve / Old Saybrook / Central Park West ) vom Meister der Dialoge – sehr empfehlenswert wie ich finde.

Als Buch 2 folgte „21“ von Ben Mezrich
Die wahre Geschichte mehrerer MIT-Studenten die Las Vegas um mächtig viel Geld erleichterten mit ihrer perfektionierten Methode des Kartenzählens beim BlackJack.
Spannend und sehr unterhaltsam.
Hinweis: auch als Film erhältlich „21“

Als Nummer 3 wählte ich einen Klassiker Samuel Beckett „warten auf Godot“ wie bei Woody Allen 3 Bühnenstücke ( Warten auf Godot (2Akter) / Endspiel / Glückliche Tage )
Nachdem ich 100 Seiten auf Godot gewartet hatte, gab es eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten
1. Ich stürze mich in eine der tiefen Schluchten der palmerischen Caldera
2. Ich lese erst mal ein anderes Buch
Da ich jetzt nicht so häufig im Urlaub verweile schien mir die zweit Variante die passendere Lösung zu sein.
Eine Kritik zu „warten auf Godot“

„Komm, wir gehen.“
„Wir können nicht.“
„Warum nicht ?“
„Wir warten auf Godot.“
„Ach ja.“

verkneife ich mir hier mal lieber – nicht jedoch ohne Empfehlung, es mal selbst zu lesen.

Als unerwarteter Geheimtip entpuppte sich das nächste Buch „abgemurkst“ von Minck & Minck.
Ein erfrischender Schreibstil mit Anleihen aus dem Ruhrpott. Gandenlos ehrlich und sommerleicht, die perfekte Urlaubslektüre.
Hinweis: „abgemurkst“ ist Teil 2 der Krimireihe um Maggi Abendroth – Teil 1 „totgepflegt“ habe ich noch nicht gelesen – trotzdem sollte man natürlich besser mit Teil 1 beginnen.
Linkempfehlungen hierzu: FragenSieOmaBerti.de / Minck&Minck

Danach folgte die Fortsetzung aus dem letzten Urlaub, ein Düsseldorf Krimi von Stefanie Koch „Die Karte des Todes – Lavalles zweiter Fall„.
Lesenswert und spannend, obwohl auch etwas vorhersehbar, dies schadet der Story allerdings nicht im geringsten.
Hinweis: Der 1.Teil  heisst „Kommissar Lavalle – im Haus des Hutmachers„.

Den letzten Urlaubstag schau ich dann noch mal bei Beckett rein – vielleicht.

also bis neulich
zico

Neulich auf der Insel

Sonntag, September 7th, 2008

Unsere Urlaubsdomizil erreichten wir am späten Nachmittag, die kleine ältere Wirtin führte uns in ein riesiges Apartment mit einer Küche für eine Grossfamilie, einem kleinen Wohnraum mit SAT-TV, Schlafzimmer und Duschbad. Nach kurzer Einweisung gab´s dann noch eine ToDo-Liste.

1. Abfallentsorgung Montag
2. ………
3. ………
4. Ckeckout 12:oo
5. ……..
6. Bitte keine Essensachen stehen lassen, diese locken Tiere wie Ameisen, etc.. an

Etc.. steht gerade auf unserer Küchenzeile und frühstückt ihr eigens gekauftes Katzenfutter vom Spar aus der Hauptstadt. Diese kleine terracotta-steinfarbene Samtpfote hat sich als unsere Urlaubskatze bereits am zweiten Tag angemeldet. Die beiden aus unserem Nachbarapartment reisen bald ab, dort gab es vorher Hühnchenreste und der Gleichen. Dies ging dann bei uns nahtlos weiter und wurde von Madam auch akzeptiert.
Weitere zwei Tage später lernten die vier Samtpfoten bereits die Vorzüge einer Matraze schätzen und lieben.

Aber eigentlich gibt es ja jeden Urlaub eine etc..

also bis neulich
zico

Neulich der Azarolensaft

Sonntag, September 7th, 2008

Hm, was jetzt? der Guavensaft ist nicht zu bekommen, nach Foto auf der Karte bestelle ich mir kurz entschlossen einen Azarolensaft.
Hast Du das schon mal gehört? frage ich so in die Runde und ernte allgemeines Achselzucken.
Als der Kelch mit dem gelblichen Inhalt vor mir landet nuckel ich vorsichtig am Strohalm – WOW – saulecker.
Alle starren mich an und wollen kosten. Zurück bei mir ist das Glas zweidrittel leer, was soll´s – das mürrische Teeni-Twentchen als Kaschemeblitz kann ja noch mal laufen.

Ist Euch das eigentlich auch schon aufgefallen? Seitdem die spanischen Inseln fest in deutscher Hand sind werden die Kellner, Barfrauen, etc.. vor und hinter den Theken immer angepasster. Gab es vor Jahren noch ein freundliches Lächeln, erntet man heute nur noch ein flüchtiges „gracias“. Das sonnendurchflutete smilen früherer Tage haben wir muffeligen deutschen Miesmuscheln wohl für immer vertrieben.
Ernste Freude? Was für ein Widerspruch. Herzliche, zutiefst empfundene Freude – was für ein Quatsch, es geht hier um Kellner, Verkäuferinnen usw. War es etwa die Leichtigkeit des Seins? – The greek feeling?
Ja, so irgendwo dazwischen war dieses warme Lächeln angesiedelt.

Was haben wir da nur wieder angestellt?
Nun ja, „Seniora – tres Zumo de Acerola, por favor.“

also bis neulich
zico

>> Mehr zur Azarole gibt es hier <<